Postview-Tracking

June 18th, 2007 by Peter Glaeser | RSS feed for comments on this post | TrackBack URI

Beim Postview-Tracking soll das Affiliate-Tracking zuschlagen ohne dass der User vorher auf ein Werbemittel eines Affiliates geklickt hat. Mit “post view” ist also weniger “nach der Einblendung” sondern “ohne Klick” gemeint. Hintergrund ist die Annahme dass es eine nicht unbeachtliche Zahl von Usern gibt, die nicht auf ein Werbemittel klicken aber trotzdem beim Werbetreibenden kaufen.

So ist es durchaus denkbar dass ein User ein Werbebanner sieht, es aber nicht sofort anklickt sondern (ggf. auch mit einer zeitlichen Verzögerung) im Browser direkt die URL des Anbieters eingibt oder auf eine Suchmaschine ausweicht. Ohne Click und somit ohne Cookie würde hier in der Regel kein Tracking stattfinden, obwohl das Banner den Kunden gebracht hat.

Umsetzung

Technisch wird das Postview-Tracking entweder beim Merchant oder beim Affiliate-Netzwerk umgesetzt. Der überwiegende Teil der Advertiser überlässt das Postview-Tracking dem Affiliate-Netzwerk. Hierbei speichert das Netzwerk bei Einblendung eines Werbemittels die entsprechenden Daten in einem Cookie. Für das Tracking ist es dann erforderlich, dass der Tracking-Code des Affiliate-Netzwerks immer auf einer Result-Seite angezeigt wird. Mit anderen Worten, man müsste das komplette Tracking dem Affiliate-Netzwerk überlassen.

Die fortschrittlichen Advertiser, insbesondere diejenigen die mit mehreren Netzwerken arbeiten, organisieren das Postview-Tracking selbst. Der Advertiser setzt hierbei seinen eigenen Tracking-Cookie bei der Einblendung eines Werbemittels. Am Ende eines Bestellprozesses lesen sie ihre eigenen Cookies aus und können erkennen, ob es sich hierbei um eine Postview-Transaktion handelt oder nicht. Wenn ja dann erfolgt ganz regulär das Tracking.

Kritik

Überlässt man dem Affiliate-Netzwerk die Feststellung von Postview-Sales ist man als Merchant gezwungen, den Code auf allen Result-Seiten ständig einzublenden. Ist ein Advertiser bei mehreren Affiliate-Netzwerken aktiv sollte er dies allerdings nicht tun. Hier besteht nämlich die Gefahr der Doppelvergütung. Wenn ein User ein Banner eines Affiliates von Netzwerk A und später von Netzwerk B sieht und am Ende kauft, beanspruchen beide Netzwerke eine Provision für die Transaktion.

Weiterhin hätte der Merchant bei einem netzwerkseitigen Postview-Tracking kaum eine Möglichkeit der Kontrolle der Angaben. Durch die permantente Einbindung des Codes sieht das Netzwerk sämtliche Transaktionen und könnte theoretisch einige für sich extra verbuchen. Das kann ja praktisch niemand nachprüfen. Programmbetreiber sollten deshalb das Postview-Tracking selbst durchführen oder die Finger davon lassen.

  1. 16 Responses to “Postview-Tracking”

  2. By Markus on Jun 18, 2007 | Reply

    Wäre es nicht theoretisch möglich, bereits beim Aufruf der Merchant-Seite oder sagen wir z.B. auf der Warenkorb-Seite (als auf jeden Fall vor Abschluss der Transaktion) zu überprüfen, ob ein entsprechendes Cookie vorhanden ist, bzw. welches das letzte war? Dementsprechend könnte dann am Ende der Trackingcode ausgegeben werden.

  3. By Peter on Jun 18, 2007 | Reply

    Hi Markus, beim Postview-Tracking geht es darum, relevante Informationen schon bei der Einblendung eines Werbemittels und nicht erst beim Klick aufzuzeichnen. Das Setzen eines Cookies muss also nicht erst im Warenkorb sondern schon bei der Banner-Einblendung geschehen.

  4. By Günther on Jun 22, 2007 | Reply

    Die Idee ist ansich nicht schlecht, nur sehe ich noch einen weiteren Hacken. Angenommen, ein User klickt auf der Seite des Affiliates Max bewusst auf ein Werbemittel, da er sich für das dort beworbene Produkt interessiert, kauft aber noch nicht. Dieser User surft weiter und landet irgendwann auf der Seite des Affiliates Moritz, der zufällig das gleiche Produkt bewirbt wie Max. Jedoch fällt dem User das Werbemittel auf der Seite von Moritz aus irgendeinem Grunde nicht auf. Dennoch würde so bei einem späteren Kauf Moritz profiteiren, Max würde leer ausgehen wenn ich das richtig sehe. Dabei hat eigentlich Max den User vermittelt…

  5. By Peter on Jun 22, 2007 | Reply

    Günther, da hast Du recht. Bei einem Klick auf ein Banner kann man davon ausgehen dass der User hier eine bewusste Entscheidung getroffen hat. Bei Postview ist aber nicht nachzuvollziehen, was im Kopf des Users vor sich Ging und auf wessen Einblendung hin der Kauf erfolgte. Das ist eine ganz klares Problem beim Postview-Tracking.

  6. By Manuel on Feb 14, 2008 | Reply

    [Zitat: Durch die permantente Einbindung des Codes sieht das Netzwerk sämtliche Transaktionen und könnte theoretisch einige für sich extra verbuchen. Das kann ja praktisch niemand nachprüfen. Programmbetreiber sollten deshalb das Postview-Tracking selbst durchführen oder die Finger davon lassen.]

    Hallo,

    solche Tipps halte ich für Kontraproduktiv.

    1.) Kein Affiliate Netzwerk wird unberechtigterweise Transaktionen tracken. Hier ist im Übrigen auch das parallele Monitoring vieler Merchants sehr gut. Der Beitrag suggeriert, dass Netzwerke gerne einmal verleitet werden könnten ein wenig mehr zu tracken, Merchants dagegen aber sauber arbeiten – das Gegegenteil, so zeigt leider die Praxis- ist aber der Fall. Gerade einige (zum Glück Einzelfälle) Merchants nehmen es sowohl mit der Freigabe von Provisionen (Stornos) nicht ganz so genau und bestimmen selbst, wann das Netzwerk-Tracking aufgerufen wird…. und hier sind wir bei:

    2.) Die Kompetenz der Affiliate Netzwerke ist ein sicheres und zuverlässiges Tracking von Provisionsfällen. Hohe Expertise und technisch ausgereifte Systeme zeichnen sie aus. Wenn nun die Merchants mit allerlei Methoden (Tracking-Parameter, Gegencookie etc.) anfangen selbst zu entscheiden, wann und wann nicht das Netzwerk-Tracking aufgerufen wird, hebeln sie quasi das Netzwerk-Tracking aus. Damit ist eine sichere und zuverlässige Provisionserfassung für den Affiliate (und das Netzwerk) nicht mehr gegeben. Die Erfahrung zeigt, dass den Merchants hier vielfach die technologische Kompetenz fehlt, ein zuverlässiges Tracking sicherzustellen und solche “Spökes” Fehlerquelle Nummer eins sind, wenn auf einmal das Tracking bei einem Merchant nicht mehr funktioniert.

    Daher mein Rat an alle Merchants: Überlasst das Tracking im Interesse Eurer Affiliates und im Eigeninteresse den Profis!

  7. By Peter on Feb 17, 2008 | Reply

    Manuel hätte in seinem Post erwähnen sollen dass er bei einem Affiliate-Netzwerk arbeitet.

    Ein zuverlässiges Tracking kann es nur geben wenn der Merchant alles mittrackt. So verlässlich sind die Affiliate-Netzwerke teilweise auch nicht. Das mag bei Manuels Firma vielleicht anders sein, die meisten sind aber nicht 100%ig stabil. Auch zum Zweck der Erkennung von Betrügern sollten Merchants immer alles mittracken.

    Ich bleibe bei meiner Meinung: Wenn Merchants mit Post-View-Tracking arbeiten wollen, dann dürfen sie entweder nur mit einem einizgen Netzwerk arbeiten oder sie müssen selbst alles tracken. Ansonsten kann es zu Doppelvergütungen kommen.

  8. By Markus on Mar 12, 2008 | Reply

    Bin erst heute wieder über Markus´ Post auf den Artikel gestoßen und muss noch bisschen was dazu loswerden:

    Bei meinem ersten Beitrag habe ich nicht gemeint, dass der Cookie erst im Warenkorb gesetzt wird, sondern dass dort überprüft wird, ob ein Cookie vorhanden ist.

    Für das von Günther angesprochene Problem gibt´s eine ganz einfche Lösung: nämlich dass Klick-Cookies unabhängig vom Zeitpunkt gegenüber Postview-Cookies immer Vorrang haben. Zumindest von Tradedoubler weiß ich, dass das dort so gelöst ist. Wie es da bei den anderen Netzwerken aussieht, kann ich nicht sagen.

    Aus meiner mittlerweile doch schon jahrelangen Erfahrung heraus muss ich sagen, dass die technische Kompetenz der Netzwerke auf jeden Fall deutlich höher einzuschätzen ist, als beim Großteil der Merchants. Von daher teile ich die Auffassung von Manuel – auch wenn die Bedenken von Merchantseite nicht ganz unverständlich sind.

    >Ansonsten kann es zu Doppelvergütungen kommen.

    Wenn es einen ordentlichen Abgleich mit der Warenwirtschaft gibt, kann es dazu in keinem Fall kommen. Dann kann es für die selbe Transaktion niemals zwei Provisionen geben. Das Problem ist nur, dass das die technische Kompetenz der meisten Merchants übersteigt ;)

  9. By hans on May 28, 2009 | Reply

    Man lernt nie aus und diese Infos über Postview Tracking ist echt super.

    Danke und viel Erfolg weiterhin mit der Website.

    Grus hans.

  10. By xii on Sep 14, 2009 | Reply

    Guter Beitrag. Sehr informativ.

  11. By Tim on Nov 2, 2009 | Reply

    Wir von Affilicrawler distanzieren uns von Postview Tracking.

  12. By hans on Nov 15, 2009 | Reply

    Ein bekannter hat über meine Website eine Reise gebucht und mir wurde leider der Sale nicht verbucht.
    Habe beim Affili Anbieter schon angefragt was da schief gelaufen ist – kann es sein das es auch umleitung auf eine andere Affilie Seite gibt die mir nicht gehört und dem anderen Websitenbetreiber dann gut geschrieben wird.
    Oder ist evtl. das Cookie nicht richtig gesetzt weorden.
    Wer hat INFO dazu.
    bitte im Blog veröffentlichen.

    Danke und Gruss hans.

  13. By helmuth on Dec 28, 2009 | Reply

    Danke für den super Beitrag.

    Wünsche ein erfolgreiches Jahr 2010.

    Gruss Helmuth.

  14. By Rezo G. on Jan 8, 2010 | Reply

    Ein sehr informativer Beitrag, besten Dank!

    Postview-Methode ist ja gar nicht so schlecht, man kennt halt als Affilate, dass viele User öfters erst später kaufen.

    Die Umsetzung ist nicht so schwer, vor allem wenn man berücksichtigt, dass bei mehreren Merchants und bei seriösen Netzwerken nur noch die schriftliche Genehmigung zu holen ist. Sprich: die genaue Überprüfung, die zwei Provisiionen für ein Sale ausschließt.

    Gruß
    REZO

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